Ganztag in Dresden gemeinsam gestalten – Unischule gibt Impulse beim Fachtag

Rund 300 Dresdner Fachkräfte aus Hort, Schule und Verwaltung waren am 30. März 2026 beim Fachtag „Ganztag in Dresden gemeinsam gestalten“ dabei. Auch das Team der Universitätsschule hat gezeigt, wie viel Leidenschaft in diesem Thema steckt. Auf Einladung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), Landeshauptstadt Dresden und Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) gab es ein volles Haus für den Ganztag im Plenarsaal im Neuen Rathaus.

Der Austausch zu vielfältigen Themen rund um rhythmisierten Ganztag, Arbeit in multiprofessionellen Teams und institutionellen Kinderschutz wurde ergänzt durch einen Praxismarkt mit vielen Ansätzen aus Dresdner Grundschulen und Förderzentren, sowie von außerschulischen Kooperationspartnern. An der „AnsprechBAR“ konnten die Teilnehmenden rund um den Ganztag mit Vertreterinnen und Vertretern der Ämter ins Gespräch kommen und sich vernetzen. Gemeinsam wurde deutlich: Ganztag gelingt nur miteinander.

Nach dem starken Impuls von Prof.in Patricia Kröber (Hochschule Mittweida) „Ganztag aus kindlicher Perspektive denken – und konsequent weiterentwickeln“ gab auch das Betreuungsteam der Universitätsgemeinschaftsschule einen Praxisimpuls zur „Tandemarbeit an der Universitätsschule“. Auf dem Praxismarkt lud das Team Unischule zum Austausch über „Kooperatives Lernen im Tandem – Chancen und Perspektiven“ ein.

In den folgenden Gesprächsrunden mit den Dresdner Grundschulen wurden auch die Perspektive von Förderung und Inklusion, Frei-Day, von Leitung, Dokumentation aber auch der Kinderschutz in den Fokus genommen und Erfahrungen ausgetauscht.

Das Lernen im Tandem, also gemeinsam mit zwei Lernbegleitenden – jeweils aus dem Team Betreuung und dem Team Lehrkräfte – ist an zahlreichen Schulen in freier Trägerschaft in der Grundstufe nicht ungewöhnlich. An öffentlichen Schulen ist jedoch durch die administrative Trennung zwischen Schule und Hort eine Zusammenarbeit von Lehrkraft und pädagogischer Fachkraft bisher nicht möglich, auch weil Lehrkräfte beim Land Sachsen angestellt sind, die Erzieherinnen und Erzieher aber bei der Stadt Dresden.

An der Universitätsschule Dresden gibt es einen gebundenen Ganztag, das heißt der Lerntag ist nicht geteilt in schulische Lernzeit am Morgen und Hort am Nachmittag. Möglich wurde dies bereits ab der Gründung 2019 durch den Status als Schulversuch. Dieser ermöglicht das Erproben von innovativen Formen des Lehrens und Lernens. Bedingung hierfür ist die wissenschaftliche Begleitung. Geleistet wurde sie an der Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt inklusive Bildung (EWIB) durch Prof.in Anke Langner und ihr Team konkret bereits mit der didaktischen Konzeption vorbereitend auf die Schulgründung und seitdem durch die Weiterentwicklung des Konzepts gemeinsam mit dem Leitungs- und Lernbegleitungsteam der Universitätsschule. Diese basiert auch auf den Auswertungen der begleitend erhobenen Daten zum Lernen der Kinder und Jugendlichen im Schulversuch.

Die Universitätsschule Dresden ist als Pilotprojekt auch für den gebundenen Ganztag gestartet. Beim Fachtag „Ganztag in Dresden gemeinsam gestalten“ konnten weitere Schulen zeigen, wie sie diese Idee der eng verzahnten Arbeit von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften an ihren Häusern umsetzen.

Über den gemeinsamen Weg der Landeshauptstadt Dresden mit der Universitätsschule Dresden und das bereits Erreichte, aber auch wie es auf andere Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft ausstrahlt, tauschten sich im Februar 2025 Schulleiterin Maxi Heß und die Abteilungsleiterin Strategisches Management des Amts für Kindertagesbetreuung der Stadt Dresden Sabine Grohmann im Videopodcast „Hauptsache Bildung“ mit der REAB Mitteldeutschland aus.

In ihrem Videopodcast „Hauptsache Bildung“ stellt die Regionale Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement Mitteldeutschland (REAB Mitteldeutschland) die Universitätsschule Dresden als einen bundesweit einzigartigen Schulversuch vor. Die Ganztagsschule in städtischer Trägerschaft erprobt, wie Kinder und Jugendliche in Zukunft lernen können. Im gebundenen Ganztagsbetrieb arbeiten Lehrkräfte und Erzieher/innen in Tandems eng zusammen und gestalten so den Bildungstag für bald 1.000 Schülerinnen und Schüler. Wie dieses Modell gemeinsam mit der Stadt Dresden erfolgreich umgesetzt wurde und welche Strahlkraft es auf andere öffentliche Schulen hat, erklären Maxi Heß, Schulleiterin der Universitätsschule Dresden, und Sabine Grohmann, Abteilungsleiterin für Strategisches Management im Amt für Kindertagesbetreuung der Stadt Dresden.
Moderation: Sabine Luchs (REAB Mitteldeutschland)