Das Reallabor für die Schule der Zukunft braucht Unterstützung. Für das Jahr 2026 ist die Finanzierung der Begleitforschung nicht gesichert. Am 18. März sendete der Elternrat im Namen der Schulgemeinschaft einen offenen Brief an die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung mit der Frage. „Wie geht’s weiter im Schulversuch Universitätsschule Dresden?“
Die Schulgemeinschaft lädt alle, denen die Bildungsforschung für die Schule der Zukunft am Herzen liegt, zum Mitmachen ein. Wie das funktioniert und der Brief selbst ist zu finden in der Unischul-News vom 18. März 2026.
Die aktuelle Antwort auf die Frage „Wie geht’s weiter im Schulversuch Universitätsschule Dresden?“ und weitere finden Sie weiter unten auf dieser Seite und in der ForUS-News vom 6. Januar 2026.



Zahlreiche Briefe und Postkarten wurden gestaltet und gesendet. Eine Auswahl zeigen wir im Newsartikel Große Beteiligung an der Aktion „Wie geht’s weiter im Schulversuch Universitätsschule Dresden?“.
Die Universitätsschule Dresden (USD) ist eine Gemeinschaftsschule für Dresdner Kinder und Jugendliche. Gegründet wurde sie 2019 als gemeinsames Projekt der Technischen Universität Dresden (TUD) und Landeshauptstadt Dresden. Eng verbunden sind die USD und die TUD einerseits durch die Ausbildung von zukünftigen Lehrkräften – sie sammeln hier praktische Erfahrungen mit innovativen Lehr-Lernmethoden schon während des Lehramtsstudiums – und andererseits durch die wissenschaftliche Begleitung durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsstelle Universitätsschule ForUS, ebenfalls an der TU Dresden.



Möchten Sie das Reallabor für die Schule der Zukunft mit einem Statement unterstützen? Senden Sie für die Reihe #TUDForUS Ihre Botschaft und ein Foto / Avatar an unischule.presse@tu-dresden.de.
Bildungsforschung im Reallabor USD
Der Schulversuch Universitätsschule zur „Schule der Zukunft“ ist ein Forschungsprojekt der TU Dresden. Die Bildungsforscherinnen und -forscher von ForUS begleiten die Schule 15 Jahre lang. Sie möchten verschiedene Fragen beantworten, zum Beispiel:
- Wie kann Lernen für jedes Kind und jeden Jugendlichen gut gelingen?
- Welche Lehr-Lernmethoden sind geeignet, wenn individuelle Lernwege möglich sein sollen?
- Wie muss Schule organisiert sein, um auf die vielfältigen Bedürfnisse so gut wie möglich einzugehen?
- Wie kann Lernerfolg dokumentiert und gemessen werden?
- Welche Unterstützung benötigen Lernende und Lernbegleiter für einen gelingenden Schulalltag?
Dafür führen sie regelmäßig Erhebungen durch. Das können Online-Fragebögen sein, Beobachtungen, standardisierte Tests oder die Erprobung von neuen Abläufen und Lernformaten mit ausgewählten Gruppen. Diese Daten werden gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse können direkt an die Schule zurückgemeldet werden. Gemeinsam arbeiten die Forschenden und das Schulleitungsteam an einer stetigen Schulentwicklung. Das bedeutet auch, dass sich die Abläufe und Lernformate regelmäßig weiterentwickeln. Den Rahmen für diesen Prozess bilden die Pädagogische Leitlinien im Konzept des Schulversuchs.
Im Rahmen des Projekts wird eine Lern- und Schulmanagement-Software eingesetzt und stetig weiterentwickelt. Hier werden die individuellen Lernwege organisiert und dokumentiert. Die Kommunikation der Mitglieder der Schulgemeinschaft und auch das Anwesenheitsmanagement werden hier digital gestützt ermöglicht. Mit jedem Lerntag wächst der Datenschatz zu den Gelingensbedingungen für nachhaltiges Lernen. Alle Eltern geben ihre Einverständnis, dass diese Daten für die Bildungsforschung verwendet werden dürfen.


Im Laufe eines Schuljahres werden an der USD verschiedene standardisierte Tests durchgeführt: Deutscher Mathematiktest (DEMAT), Hamburger Schreibprobe (HSP) und Ein Leseverständnistest für Erst- bis Siebtklässler (ELFE). Mit Fragebögen werden die Mitglieder der Schulgemeinschaft regelmäßig unter anderem zu den Themen Selbstregulation, Schulkultur, soziales Netzwerk und allgemeine Zufriedenheit befragt (SuS = Schülerinnen und Schüler). Diese Erhebungen können aufgrund der fehlenden Finanzierung für die Forschungsstelle ForUS im Jahr 2026 nicht stattfinden.
Studierende der TU Dresden unterstützen die Erhebungen und arbeiten mit den Daten zum Beispiel an eigenen Fragestellungen in Seminaren oder in der Staatsexamensarbeiten im Rahmen des Lehramtsstudiums. Eigene Erhebungen wie Befragungen mit Fragebögen, Interviews oder Beobachtungen sind ebenfalls möglich.
Wie kann für das selbstregulierte Lernen angebahnt und unterstützt werden? Eine Möglichkeit ist die Logbucharbeit. Untersucht wird die Selbstregulation mittels Analyse der Logbücher, zum Beispiel der digitalen Einträge zur Organisation des Lernens. Dafür werden die analogen Papierlogbücher der Jahrgangsstufen 1-4 zunächst digitalisiert.
Drittmittelprojekte – Zusammenarbeit mit anderen Universitäten



Weitere Forschungsvorhaben im Kontext der Universitätsschule Dresden werden als Verbundprojekte mit weiteren Hochschulen und Partnerorganisationen durchgeführt und gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt BMFTR. Finden Sie mehr Informationen zu den aktuellen Drittmittelprojekten auf der Webseite der Forschungsstelle Universitätsschule (ForUS):
- GoFlexi „Gymnasiale Oberstufe flexibilisieren durch Stundenplanung“: Entwickelt wird ein Stundenplan für eine flexible Oberstufe verbunden mit der Konzeptentwicklung der Sekundarstufe II an der Universitätsschule Dresden
- QualiPro „Qualität von Lernprozessbegleitung: Versuchs- und Universitätsschulen als Entwicklungs- und Transferakteur:innen“: Entwicklung der Zielvereinbarungsgespräche (ZVF) mittels Beobachtungen und der Auswertung von Videoaufnahmen von ZVG
- ODIkS „Offene Digitale Infrastrukturen kommunaler Schulträger“



Forschungsstelle ForUS – mehr als nur Forschung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschungsstelle Universitätsschule ForUS an der TU Dresden sammeln Daten, werten sie aus und stellen die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung (lila). Sie arbeiten auch direkt an und für die Schule (gelb), zum Beispiel in der Beratung, der Fortbildung für die Lernbegleitenden, mit Lernangeboten und bei der Erstellung von Lernmaterialien. Sie organisieren den Einsatz von Studierenden, die mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten (hellblau). Im Rahmen der Netzwerkarbeit (grau) unterstützen die ForUS-Mitarbeitenden und die Projektleitung die Universitätsschule beim Einwerben von wichtigen Ressourcen, z.B. für das Lernhaus oder Lernmaterialien. Im Rahmen der Wissenschaftskommunikation (grün) informiert die TU Dresden über den Lern- und Forschungsalltag im Schulversuch, aber auch über erste Transferprojekte wie das semesterbegleitende Alternative Schulpraktikum für Lehramtsstudierende (ALSO).
Finanzierung der Begleitforschung gestoppt – Wie geht es weiter im Schulversuch?
„Kein Geld mehr ab Januar – Land stoppt Zuschuss für die wissenschaftliche Begleitung der Universitätsschule Dresden“ titelten am 5. Januar die Dresdner Neuesten Nachrichten. Drei Jahre lang konnten aus sächsischen Landesmitteln vier Mitarbeiter:innen der Forschungsstelle Universitätsschule (ForUS) an der TU Dresden finanziert werden. Wir aus dem Datenschatz nun ein Datenfriedhof? Lesen Sie weiter in den ForUS-News vom 6. Januar 2026.









Gründungsmitglied des Verbunds Universitäts- und Versuchsschulen
Die Universitätsschule Dresden ist Gründungsmitglied des seit 2019 bestehenden Verbunds. In diesem Netzwerk arbeiten Universitäts- und Versuchsschulen, die alle ihre enge Kooperation von Wissenschaft und Schule gemeinsam haben, zusammen. Sie teilen ihre Erfahrungen mit verschiedenen Kooperationsformen zwischen Praktikern und Wissenschaftlerinnen. Im Verbund treffen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Neugründungen, etablierten Kooperationen und in Planung befindlichen Schulen.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der VUVS-Verbund-Webseite der Universität Bielefeld und auf den Social-Media-Kanälen unter den Hashtags #VUVS und #VerbundUniversitätsUndVersuchsschulen.
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Die Universitätsschule ist ein gemeinsames Projekt
von Landeshauptstadt Dresden und TU Dresden.



