Die Universitätsschule Dresden (USD) hat am Freitag, 3. Juli 2026, ihren dritten Abschlussjahrgang verabschiedet. 44 Jugendliche erhielten ihr Abschlusszeugnis über die Mittlere Reife, sieben Absolventinnen und Absolventen nahmen ihren Hauptschulabschluss entgegen. Im Schuljahr 2026/27 startet die Sekundarstufe II mit dem ersten 11. Jahrgang.
Schulleiterin Maxi Heß hob zur Abschlussfeier hervor: „Lernen beginnt oft dort, wo eine echte Frage entsteht: Was hat das mit mir zu tun? Was verstehe ich noch nicht? Warum ist das so? Wie könnte es anders gehen? Was kann ich beitragen? Diese Fragen sind wertvoll. Und ich hoffe sehr, dass ihr sie euch ein Leben lang bewahrt.“ Vom dritten Abschlussjahrgang verabschiedete sie sich mit einem ermutigenden Ausblick: „Die Welt, in der ihr jetzt weitergeht, braucht keine Menschen, die nur darauf warten, dass ihnen jemand sagt, was sie tun sollen. Sie braucht mutige Menschen, die mitdenken und gesellschaftlich Verantwortung übernehmen. Die Zusammenhänge erkennen. Die Widersprüche aushalten. Die nicht sofort aufgeben, wenn es unübersichtlich wird.“
Mit etwa 40 Schülerinnen und Schüler beginnt nach den Sommerferien Mitte August ein neues Kapitel für den Schulversuch zur Schule der Zukunft: Sie starten in den ersten Abiturjahrgang. Damit wird die Schule zu einer vollständigen Gemeinschaftsschule, die einen durchgängigen Bildungsweg von der Grundschule bis zum Abitur bietet.
Individuelle Lernwege bald bis zum Abitur
Nach dem Aufbau der Grund-, Mittel-, Jugend- und Qualifizierungsstufe mit innovativen Lehr-Lernformen, die stärker auf individuelle Lernwege, selbstreguliertes Lernen und Lernbegleitung setzen, will der Schulversuch zeigen, wie diese Leitlinien auch auf dem weiteren Weg zum Abitur umgesetzt werden können.
Martha, Absolventin im Jahr 2025, blickte bei der Feier mit etwas Abstand auf ihre Unischulzeit zurück: „Man erinnert sich an diejenigen, die einem das Gefühl gegeben haben, gesehen zu werden. Vielleicht ist genau das das Besondere an dieser Schule: Hier haben wir nicht nur gelernt, Aufgaben zu lösen. Wir haben auch gelernt, miteinander umzugehen.“ Dabei hob sie besonders hervor: „Man darf hier sein, wie man ist. Mit Interessen, die nicht immer in eine Schublade passen. Mit Ideen, Unsicherheiten und Talenten, die manchmal zuerst andere erkannt haben. Ich hatte hier nie das Gefühl, einfach nur funktionieren zu müssen. Stattdessen ist es ein Ort, der mir Entwicklung ermöglicht hat.“
Die Universitätsschule, die seit 2019 als Schulversuch zur Schule der Zukunft läuft, setzt auf ein innovatives Konzept, das individuelles, projektbasiertes Lernen und demokratische Teilhabe in den Mittelpunkt stellt. Die wissenschaftliche Begleitung durch die Forschungsstelle Universitätsschule (ForUS) an der Technischen Universität Dresden (TUD) unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung des Modells.
Räume für die aufwachsende Schule mit besonderem Konzept
Am Ende des Schuljahrs 2027/28 werden die ersten Abiturient:innen die Universitätsgemeinschaftsschule verlassen. Dann ist die Schulgemeinschaft auf etwa 1.100 Schülerinnen und Schüler angewachsen. Im kommenden Schuljahr 2026/27 sind durch den geplanten Aufwuchs erneut die Raumkapazitäten am Standort Cämmerswalder Straße erschöpft. Gemeinsam mit der Schulträgerin Stadt Dresden konnte in unmittelbarer Nähe eine gute Übergangslösung gefunden werden.
„Die Schulgemeinschaft ist seit 2019 in und an den räumlichen Herausforderungen gewachsen,“ so Schulleiterin Maxi, denn: „Auch im kommenden Schuljahr bleibt der stete Wandel unser Begleiter.“ Sie zeigt sich beeindruckt, mit welcher Flexibilität und auch Kompromissbereitschaft die Lernenden, Eltern und Lernbegleitenden die gefundenen Lösungen umsetzten und schließt an: „Umso größer ist die Vorfreude auf den Umzug in unser Lernhaus der Zukunft, auch wenn wir uns noch einige Jahre gedulden müssen.“
Im Schuljahr 2026/27 beginnt der Neubau des Lernhauses für die „Schule der Zukunft“ in Dresden. Läuft alles nach Plan, lernen am zukünftigen Standort Höckendorfer Weg alle Kinder und Jugendlichen von Schulstart bis Abschluss unter einem Dach.
Weitere Informationen zum Abschlussjahrgang, zum Baugeschehen und zu neuen Wegen für die Lehrkräfteausbildung an der TU Dresden sind in den ForUS-News abrufbar.
